Diebe Schurken Mörderbanden



Untertitel:  Fälle und Begebenheiten aus Kölns Kriminalgeschichte
Anmerkungen:  Mit Fotografien von Boris Loehrer
Autor:  Ilona Priebe
Verlag:  J.P. Bachem Verlag
Veröffentlichungsdatum:  01.09.2003
Veröffentlichungsort:  Köln
Seiten:  48 Seiten, 14,8 x 21,0 cm, geheftet
Preis:  € 5,00 / vergriffen
ISBN:  978-3-7616-1727-4


Inhaltsangabe/Verlagsinformation: 

Ehebruch, Plünderung, Raub, Mord ... Die Verbrechen im alten Köln sind immer vielfältig gewesen. Entsprechend einfallsreich waren diejenigen, die über die Delinquenten urteilten. Verhängte Strafen waren beispielsweise Augen blenden, Ohren abschneiden, das öffentliche Tragen von Kerze und Stein, am Kax stehen, stäupen und unterschiedlichste Hinrichtungsarten. Die öffentliche Bestrafung von Täterinnen und Tätern war für die meisten Leute eine willkommene Abwechslung in ihrem Alltagsleben. Die Autorin erläutert, wann welche Strafen angewendet wurden, wie man zwischen ehrbaren und unehrbaren Menschen unterschied, wer wo wie hingerichtet wurde und was hinter Redewendungen wie "ein Schlitzohr" oder "Do beß noch net an Schmitz Backes vorbei" steht. Je nach Wegstrecke werden unterschiedliche Kriminalfälle und spektakuläre Verbrechen vorgestellt.


Meinung: 

Buch kann man "Diebe, Schurken, Mörderbanden" eigentlich nicht nennen, eher ist es, wie "Kölner Straßennamen erzählen" von der selben Autorin auch, ein etwas größerformatiges Taschenbuch. Zwar ist das Preis-/Leistungsverhältnis durchaus in Ordnung, doch wünscht man sich nach der Lektüre mehr, vor allem mehr von den "alten" Anekdoten.

Aus der Sicht des Familienforschers gibt der Inhalt relativ wenig her (Namen werden lediglich ein paar genannt), heimatkundlich und -geschichtlich jedoch bietet er interessante Fakten. Es wird von Geschehnissen erzählt, die sicher Aufsehen in der damaligen Bevökerung erregten. Die Sage vom Bürgermeister Gryn, der im 13. Jahrhundert auf Ansinnen zweier Domherren einem Löwen als Mahlzeit dienen sollte, wird leider nur in einer Bildunterschrift zu einer Abbildung des römischen Torbogens erwähnt, doch gelten die anderen aufgeführten Kölner Kriminalgeschichten als wahr.

In Etappen geht es von Ort zu Ort und von Begebenheit zu Begebenheit. Die Autorin schildert die Vergehen und die in diesem Zusammenhang verhängten Strafen und erläutert dabei Fälle vom Mittelalter bis zur Neuzeit. Das "Fringsen" wird erklärt und damit auch, warum Joseph Kardinal Frings (1887-1978) unter anderem, obwohl in Neuß gebürtig, in "seiner" Stadt Köln, in der er von 1942 bis 1969 das Amt des Erzbischofs bekleidete, so beliebt war. Auch das Thema Hexenvorfolgung wird erwähnt, ebenso wie die unrühmliche Franzosenzeit, in der, so kurze Zeit sie auch währte, mehr Menschen hingerichtet wurden, als in den Jahrhunderten zuvor.

Die Fotografien von Boris Loehrer schlagen sehr schön den Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart und machen den geschriebenen Stadtrundgang lebendig.

Beim Bachem Verlag ist das Buch vergriffen, allerdings haben es einige Antiquariate im Angebot, teilweise jedoch zu einem überzogenen Preis. Wer das Buch einfach mal gelesen haben möchte, sollte auf die erheblich günstigere Variante der Fernleihe zurückgreifen, wer es dagegen besitzen möchte, wird wohl in den sauren Apfel beißen müssen.

Luise Wenkheimer

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