Tagebuch aus dem 30jährigen Krieg



Untertitel:  Nach einer Handschrift im Kloster Andechs herausgegeben von Pater Willibald Mathäser
Anmerkungen:  Leseprobe
Autor:  Maurus Friesenegger
Verlag:  Allitera
Veröffentlichungsdatum:  25. Januar 2007
Veröffentlichungsort:  München
Seiten:  148; Paperback
Preis:  € 15,90
ISBN:  978-3-86520-182-9


Inhaltsangabe/Produktinfo: 

Die aus dem Benediktinerkloster Andechs stammende Handschrift des Abtes Maurus Friesenegger ist eines der erschütterndstes Dokumente dieser Jahre: Friesenegger schildert die furchtbaren Ereignisse rund um den Heiligen Berg und das dazugehörige Dorf Erling. Er berichtet von Greueltaten der fremden und eigenen Soldaten, Bränden, Zerstörungen, Naturkatastrophen, Mäuse- und Wolfsplagen, Hungernöten, dem Ausbruch der Ruhr und der Pest und liefert ein geradezu apokalyptisches Bild jener Zeit.


Meinung: 

Was einem bei der Lektüre zunächst auffällt, ist der Glauben, den die Menschen damaliger Zeit oftmals über das eigene Wohl und Wehe stellten. Das ist in heutiger Zeit kaum mehr denkbar. Damals war es anscheinend wichtiger, den Klosterschatz in Sicherheit zu bringen, als Menschenleben zu retten. Furchtbar ist auch die Tatsache, daß die eigenen Soldaten und Söldner, die ja die Heimat verteigen sollten, den Menschen teilweise größeren Schaden durch Plünderungen, Raub und Mord zufügen, als die gegnerischen Truppen.

Mit "Dem abenteuerlichen Simplicissimus" von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen läßt sich das "Tagebuch" nicht so recht vergleichen, eher zeigt es einen anderen Aspekt der damaligen Zeit. Während es Simplicius immer wieder gelingt, Vorteile aus den Situationen zu ziehen, in die er in seinem soldatischen Leben gerät, beschreibt Maurus Friesenegger die Zeit aus der Sicht der Opfer.

Daß nicht versucht wurde, die damalige Sprache in unsere gegenwärtige zu transportieren, macht das Buch zwar ein bißchen ungewohnt zu lesen, kommt aber auf jeden Fall der Authentizität zu gute.

Wenn man sich vergegenwärtigen will, wie die Menschen früher lebten, dann leistet dieses Buch gute Hilfestellung. Allerdings ist es aus der Sicht eines Mönches geschrieben und dessen Sehweise auf die Dinge könnte sich ein ganze Stück von der eines "normalen" Menschen unterscheiden.

Luise Wenkheimer

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